DARZ / Umbau der Landeszentralbank Hessen zu einem Rechenzentrum

Aus dem Gebäudekomplex der ehemaligen Landeszentralbank Hessen sollte ein modernes, sicheres und vor allem energieeffizientes Rechenzentrum entstehen. Um das Projekt (Darmstädter Rechenzentrum – DARZ) auch wirtschaftlich zu gestalten, mussten neben den reinen Tresorflächen, ausgelegt als Hochsicherheitsflächen, noch weitere Gebäudeteile zu Rechenzentrumsflächen umgebaut werden. Im Endausbau stehen dem Auftraggeber ca. 2.400 m2 reine RZ-Flächen in verschiedenen Modulen zur Verfügung. 

Die Idee hatte jedoch für die Planung eine ambivalente Seite. So hervorragend wie der Grundschutz des Gebäudes ist, so wenig geeignet waren die alten technischen Anlagen für diese Aufgabe. Die Herausforderung bestand also darin, neue Anlagen so in das Gebäude zu integrieren, dass die erforderlichen Leistungen und die notwendigen Redundanzen zur Verfügung stehen. 

Neben der Versorgungssicherheit war ein wesentliches Ziel der Planung auf die Energieeffizienz aller Anlagen und Systeme zu achten. Diese Forderung galt dabei für alle Gewerke. Ausgelegt wurden die technischen Anlagen der Stromversorgung für eine Leistung von insgesamt 5 MW. Dabei stellte die Platzierung der Netzersatzanlagen die größte Herausforderung dar. Für Anlagen dieser Leistung musste nicht nur der Platz geschaffen werden, sondern auch weitere technische Rahmenbedingungen erfüllt werden. So muss ein ausreichend dimensioniertes Tankvolumen genauso vorhanden sein, wie entsprechende Möglichkeiten der Luftzufuhr für die Verbrennung aber auch zur Kühlung der Anlagen selbst. Alle Anlagen der Stromversorgung wurden als durchgängige A/B-Versorgung aufgebaut. 

Zur Planung gehörte auch, dass alle Systeme der Kälte- und Lüftungstechnischen Anlagen ertüchtigt wurden. Bei beiden Systemen handelte es sich dabei praktisch um einen Neubau. 

Zu den Besonderheiten des Gebäudebetriebes gehörte es, das in seiner ursprünglichen Nutzung, erhebliche Luftmengen ins und durch das Gebäude gepumpt wurden. Diese Vorgehensweise war notwendig, da auf Grund der Sicherheitsklasse des Gebäudes, Fenster sofern überhaupt vorhanden, nicht geöffnet werden konnten. Somit musste die gesamte Frischluftversorgung über zentrale Systeme bereit gestellt werden.

Dabei wurden erhebliche Luftmengen angesaugt, aufbereitet und im Gebäude verteilt – alles andere als energieeffizient! Da alle Gebäudeflächen inklusive der Rechenzentrumsmodule mit einem sehr geringen Personalaufwand betrieben werden, wurde in der Planung darauf geachtet, die Luftmengen für das Gebäude deutlich zu reduzieren. Die Reduzierung der Luftmenge und die weiterhin zentrale Aufbereitung der Luft stellen einen sehr energieeffizienten Betrieb sicher.


In Anwesenheit der Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries sowie dem Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Jochen Partsch feierte DARZ im Juli 2014 seine Eröffnung.

Die erfolgreiche Umsetzung der Vorgaben zur Energieeffizienz in der Planung und der Realisierung wird durch den Gewinn des Deutschen Rechenzentrumspreis 2015 in der Kategorie "Gesamtheitliche Energieeffizienz im Rechenzentrum" unterstrichen!